33. LAB Managerpanel

Wirtschaft profitiert durch Flüchtlingsstrom

25.09.2015

  • 80 % der Manager fordern niedrigere Einstellungshürden
  • 61 % der Unternehmen würden durch schnellere Integration profitieren
  • 86 % befürworten Einwanderungspolitik nach kanadischem Vorbild

Düsseldorf, 25. September 2015 – Mehr als jedes zweite deutsche Unternehmen (61 %) würde durch eine schnellere Integration der Flüchtlinge profitieren. Doch vielfach ist ihnen deren Einstellung aus rechtlichen oder bürokratischen Gründen verwehrt. Entsprechend fordern 80 % der Führungskräfte, die Bundesregierung solle die Einstellungshürden senken, um dem Fachkräftemangel effektiver zu begegnen. Das sind Ergebnisse des 33. LAB Mangerpanels der internationalen Personalberatung LAB & Company. Befragt wurden 439 Führungskräfte aller Branchen.

Trotz der Problematik aufgrund weiter steigender Flüchtlingszahlen überwiegen die wirtschaftlichen Chancen gegenüber den gesellschaftspolitischen Risiken, sagen 59 % der Manager. Um dieses Potenzial zu heben, seien jedoch mehr Integrations- und Sprachkurse erforderlich (80 %), eine schnellere Prüfung und Anerkennung ausländischer Studien- und Berufsabschlüsse (68 %) eine mehrjährige Aufenthaltserlaubnis für sozialversicherungspflichtig Angestellte (65 %) und Auszubildende (62 %) sowie eine Abschaffung der Vorrangprüfung (50 %). Dabei sollten in Integrations- und Sprachkursen auch Stärken- und Schwächenprofile der Flüchtlinge angelegt werden, um deren berufliche Möglichkeiten zu evaluieren und zu verbessern, empfiehlt einer der befragten Teilnehmer.

Deutschlands Manager stehen der aktuellen Entwicklung also positiv gegenüber. Gestützt wird diese Grundhaltung durch die jüngsten Berechnungen mehrerer Wirtschaftsinstitute und Chef-Volkswirte. „Deutschland besitzt eine große Chance. Nun muss die Politik dieses Potenzial mit Gesetzesänderungen und Integrationsmaßnahmen heben“, sagt Klaus Aden, Geschäftsführer von LAB & Company. „Wir brauchen dringend erste positive Beispiele für gelungene Integration – auch und gerade auf dem Arbeitsmarkt. Nur so können wir die positive Grundstimmung auch über den Winter retten.“

Neben die politische trete jedoch auch eine große gesellschaftliche Aufgabe. „Unsere Gesellschaft wird sich verändern. Daher wird es erhebliche Widerstände geben, denn viele Menschen mögen keine Veränderung“, sagt etwa einer der Teilnehmer. „Wenn es nicht gelingt, die Flüchtlinge schnell zu integrieren, wird aus der Chance ein sehr großes Risiko“, warnt ein anderer.

Einig sind sich die Manager, dass die Regierung gut beraten wäre, dem deutschen Fachkräftemangel durch eine Einwanderungspolitik nach kanadischem Vorbild zu begegnen. Danach werden zwar keine Flüchtlinge, wohl aber potenzielle Zuwanderer nach einem Punktesystem bewertet, das schematisch Kriterien wie Ausbildung. Arbeitserfahrung, Alter und Sprachkompetenz berücksichtigt. Ergebnis: 86 % der deutschen Führungskräfte wünschen sich ein solches System auch für Deutschland.

Dr. Klaus Aden

Dr. Klaus Aden

Geschäftsführender Gesellschafter
Diplom-Volkswirt

Telefon: +49 211 15 97 99-30
Aden@LABcompany.net

mehr

zurück